Vielfältig und beeindruckend wie die Landschaft sind hierzulande auch wir Menschen. 3 Sprachen und eine beispiellose Geschichte machen uns und unsere Oberlausitz in der ganzen Welt zu etwas Besonderem. Völlig zu Unrecht oft beiseitegeschoben, drängen wir uns wieder in den Vordergrund. Ein eigener Feiertag kommt uns dazu gerade recht.

Oberlausitzer Mädel im Kostüm, Foto: Gerd Münzberg Oberlausitzer Frühling

Oberlausitzer Mädel im Kostüm, Foto: Gerd Münzberg Oberlausitzer Frühling

Veranstaltungen zum Tag der Oberlausitz →

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Die Oberlausitz wahrnehmbar machen

Kloster-St.-Marienthal

Kloster St. Marienthal, Foto: Gerd Münzberg Oberlausitzer Frühling

Nach der politischen Wende im Jahr 1990 blickten auch wir optimistisch in die Zukunft. Doch bald war schmerzlich klar: In den vom Bundeskanzler Kohl versprochenen blühenden Landschaften konnten viele nicht bleiben. Tausende Menschen verließen aus wirtschaftlichen Gründen ihre Heimat und liefen der Arbeit hinterher. Leider hat sich daran, was hauptsächlich junge Menschen betrifft, bis heute nicht viel geändert. Schlimmer noch: Einige selbst ernannte Experten sagen unserem Landstrich sogar den Untergang voraus. Doch damit sollten wir uns nicht abfinden! Immerhin ist die Oberlausitz 2,5 Mal größer als das Saarland und mit rund 740.000 Einwohnern nicht gerade dünn besiedelt. Wir Oberlausitzer werden es allen zeigen! Die längste Zeit zu Böhmen gehörend, sind wir heute stolze Sachsen und Polen. Wir haben es zeitweise ebenso mit brandenburgischen, ungarischen und ein Teil von uns mit preußischen Herrschern ausgehalten. Fleißig, bisweilen ein wenig stur, haben wir uns immer behauptet und den Kopf oben behalten. Auch in anderen Regionen mögen uns andere deswegen gut leiden. Doch bei allem Guten in der Ferne wird man uns Oberlausitzern eines nie austreiben können – die Heimatliebe. Immer wieder kommt der Oberlausitzer gern in seine Heimat zurück. Manchem ist das sogar dauerhaft gelungen. Und nicht zuletzt sind es auch diese Leute, die Initiative ergreifen, die die Oberlausitz wahrnehmbar machen wollen und die versuchen, sie aus ihrem Dornröschenschlaf wach zu rütteln.

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Der Weg zum Oberlausitztag wird bereitet

Oberlausitzfahne, Foto: Gerd Münzberg Oberlausitzer Frühling

Oberlausitzfahne, Foto: Gerd Münzberg Oberlausitzer Frühling

Einer von ihnen ist der gebürtige Zittauer Gerd Münzberg. Er griff den bereits früher geäußerten Gedanken wieder auf, jedes Jahr einen Tag der Oberlausitz zu begehen. Er meinte es ernst, scharte Gleichgesinnte um sich und organisierte, sozusagen als ersten Schritt, die Herausgabe eines deutsch-polnischen Städteatlasses, der die gesamte Oberlausitz, sowohl im deutschen als im polnischen Teil, einschließt.
Im Zuge der Erstellung hatte er viele interessanten Begegnungen und führte zahlreiche Gespräche, in deren Ergebnis am 20. April 2012 ein deutsch-polnisches Bankett im Schloss Łagów (Leopoldshain) stattfand. 120 Deutsche, Sorben und Polen waren dabei, als Gerd Münzberg den Vorschlag für einen Tag der Oberlausitz unterbreitete und das Ansinnen an die Landräte von Bautzen, Görlitz, Zgorzelec sowie Luban weiterleitete. Gleichzeitig nutzte er die Zusammenkunft, um das Muster der Oberlausitz-Fahne mit den nunmehr 7 Stadtwappen vorzustellen.

Oberlausitzer Städteatlas

Oberlausitzer Städteatlas

Der Gründungstag des Oberlausitzer Sechsstädtebundes, der 21. August 1346, sollte gleichzeitig Termin für den künftigen Feiertag sein. Die Wahl des Jahres 2012 war kein Zufall. Zum 666. Mal wiederholte sich der Gründungsakt des Städtebundes. Anlass genug, einen Monat nach dem Bankett noch eine Begegnungsreise durch die Oberlausitz zu organisieren. Sie führte von Leśna über Zgorzelec/Görlitz, Bautzen, Herrnhut bis ins Kloster Marienthal. Mit dabei, die im Salon von Anna Olejarz neu entworfenen und geschneiderten Oberlausitzkostüme. Letztere erhielten, selbstredend neben den darin steckenden Mädels, von den Zuschauern ausnehmend viel Beifall.

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Der Eibauer Bierzug – Geburtsort des Tages der Oberlausitz

Bieranstich Eibauer Bierzug, Foto: Gerd Münzberg Oberlausitzer Frühling

Bieranstich Eibauer Bierzug, Foto: Gerd Münzberg Oberlausitzer Frühling

Ein Jahr später, am 5. April, war es wiederum das Kloster St. Marienthal, das als Gastgeber für ein öffentliches deutsch-sorbisch-polnisches Oberlausitztreffen fungierte. 370 Personen sowie 16 Vereine erlebten ein vierstündiges kulturelles Programm. 1 Stunde davon gestaltete das Sorbische Nationalensemble Bautzen. Nunmehr waren die Weichen gestellt. Nachdem sich im Mai 2013 ein Bürgerforum Oberlausitz gegründet hatte, erklärte der Görlitzer Landrat Bernd Lange am 30. Juni beim Eibauer Bierzug den 21. August zum Tag der Oberlausitz. Offiziell sollte er ab 2014 begangen werden. Quasi zum Auftakt gab es vorab am 21. August 2013 schon mal ein kleines Oberlausitz-Event auf der Görlitzer Altstadtbrücke.

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Der Tag der Oberlausitz feiert 3. Geburtstag

Hand Klecker mit Frauen vom Sorbischen Ensemble, Foto: Gerd Münzberg Oberlausitzer Frühling

Hand Klecker mit Frauen vom Sorbischen Ensemble, Foto: Gerd Münzberg Oberlausitzer Frühling

Den vielen Mitstreitern um Gerd Münzberg, allen voran dem Oberlausitzer Original Hans Klecker, ist es zu verdanken, dass der Tag der Oberlausitz dieses Jahr bereits seinen 3. Geburtstag feiern kann. Eigentlich ist es nicht mehr allein der 21., sondern vom 19. bis 28. August mehr als eine Woche, in der unsere Oberlausitz feierlich Gesicht zeigt. Beginnen wird der Tag der Oberlausitz mit dem 26. Heidefest der Blasmusik in Trebus. Zahlreiche Veranstaltungen an verschiedenen Orten der Oberlausitz schließen sich an. Am 21. selber gibt es dann von 08:00 bis 17:30 wieder eine Begegnungsrundreise mit dem Bus von Görlitz nach Radoimierzyce und von da wieder zurück über Bautzen nach Görlitz bzw. Lagόw. Das gesamte Programm finden Sie auf der Webseite von Hans Klecker. Wer noch Ideen oder Fragen hat, kann sich unter der Mailadresse info@hans-klecker.de gern persönlich an das Oberlausitzer Urgestein wenden.

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