Kein trockener Geschichtsstoff

Im März 2017 haben wir erstmals unsere Historischen Pfade auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt. In der ersten Ausgabe der neu entstehenden Buchreihe können Sie Geschichten und Sagen aus der alten Sechsstadt Löbau lesen.
Derzeit ist das zweite Buch in Arbeit. Es wird Geschehnisse aus der gesamten Oberlausitz enthalten, wie die Story vom bezauberten Lenchen oder die Erlebnisse von Zweien, die auszogen, die Oberlausitz zu retten. Die historischen Erzählungen beruhen meist auf wahren Begebenheiten. Ergänzt werden diese durch einige Sagen. In ihnen erfahren Sie, über welche gar wundersamen Dinge die Leute in früheren Zeiten sprachen, beispielsweise warum man die Diebe in Bautzen zweimal henkt oder was es mit dem Kristallsarg auf dem Kottmar auf sich hat.
In spannender, lebendiger Art dargeboten, sollen die Bücher eine breitgefächerte Kundschaft ansprechen. Sie führen den Leser weg vom trockenen Geschichtsstoff und auswendig gelernten Jahreszahlen, die so mannchen das Thema Geschichte vergällen. Doch unsere Vergangenheit ist wesentlich mehr als ein Stoff zum einpauken. Unsere Vergangenheit, das sind Menschen wie du und ich, Menschen mit Mund, Nase, Augen und Ohren, Menschen mit Gefühlen, Hoffnungen und Ängsten. Es sind Menschen, die wie wir, nur in einer anderen Zeit, lebten. In erster Linie aber sind sie unsere Vorfahren, denen wir das Leben verdanken. Alles, was sie taten, taten sie für uns. Alles, was uns ausmacht, verdanken wir ihnen. Über sie wird das neue Buch berichten, dass nebenbei auch Wissenswertes über historische Ereignisse in unserer schönen Oberlausitz vermittelt. Ende des Jahres wollen wir es in die Buchläden bringen.

Wie Historische Pfade entstehen

Wer sich mit der Geschichte der Oberlausitz beschäftigen will, den führt der Weg zwangsläufig nach Bautzen in die Schloßstraße. Kurz vor der Ortenburg steht das Bautzner Landhaus. Hier schlug einst das Herz der Oberlausitz, denn in ihm kamen regelmäßig die vier Stände des alten Markgraftums zusammen. Diese Zeiten sind natürlich längst vorbei. Heute beherbergen die Gebäude auf der Schloßstraße 10 bis 14 das Bautzner Stadtarchiv, das Sächsische Staatsfilialarchiv für die Oberlausitz sowie die Stadtbibliothek Bautzen.
Insbesondere im Staatsfilialarchiv finden Forscher viele Akten speziell zur Geschichte der Region. Es sind Dokumente, beginnend ab dem 14. Jahrhundert, deren ungezählte Seiten zum großen Teil vergessene Fakten und Begebenheiten enthalten. Diese warten förmlich darauf, dass sie jemand ausgräbt, mit Leben füllt und an die Öffentlichkeit bringt. Zusammen mit der Bibliothek findet der Nutzer auf mehreren Ebenen hervorragende Arbeits- und Lesebedingungen. Sehens- und Nutzungswert ist übrigens der riesige Lesesaal auf Ebene vier. In ihm finden Sie nicht nur moderne Lese- sowie Multimediaplätze, sondern sitzen gleichzeitig in einem geschichtsträchtigen Raum. Hier tagten einst die oberlausitzer Stände – die Vertreter des Landadels, der Standesherrschaften, der geistlichen Stifte sowie der Sechsstädte – um über das Wohl und Wehe der Menschen dieses Landes zu entscheiden. Heute ist das Haus für alle offen. Für Leute, die gern schmökern und/oder auf historischen Pfaden wandeln …

Ihr Autor Arnd Krenz